Schwangere Meerscheinchen: Tipps & Infos aus der Praxis

Ich selber hatte ein schwangeres Meerschweinchen aus der Zoohandlung. Ich war Anfänger und hatte viel Panik. Im Web wurde dies eher verstärkt mit jeder Page, die ich gelesen hab. Heute weiß ich ein gutes Rezept für viele Fälle: Locker bleiben.

Natürlich ist eine Schwangerschaft für ein Meerschweinchen ein Risiko. Die Mutter kann selber sterben, es können tote Kinder auf die Welt kommen und es kann passieren das ein Tier nicht aus der Mutter will. Ja, auch tote Kinder in der Mutter gibt es. Das alles kann ich unendlich fortsetzen. Aber wer mal einen Zettel von Medikamenten gelesen hat, könnte auch in Panik verfallen und letztlich wird alles harmloser als es ist.

Meerschweinchen brauchen ca. 68 Tage bis die Kids zur Welt kommen. Es können auch 72 Tage werden. Es kann aber, so war es bei mir, noch viel länger dauern. Ich weiß nicht wann man Meerschweinchen geschwängert wurde. Also hab ich den spätesten Zeitpunkt genommen und hab 68 Tage gerechnet. Es wurden 14 Tage mehr. Und warum? Die Natur regelt vieles von alleine. Hätte ich beim Tierarzt eine Notgeburt gemacht, wäre die Wahrscheinlichkeit hoch das mindestens ein Kind und vermutlich die Mutter gestorben wäre.

Es kam anders. Vier Kids kamen munter zur Welt. Der Mutter ging es auch schnell wieder gut. Und unter den vier Kids war ein Kind, was nach Gewicht so gerade lebensfähig war. Ich hab alle lange beobachtet und die Mutter hat sich um alle Tiere gut gekümmert. Und so haben alle überlebt. Was will man mehr? Klar, es war Glück dabei, aber auch viel Bauchgefühl.

Ich hab die Mutter während der Schwangerschaft viel beobachtet. Ich habe alle 1-2 Tage den Bauch abgetastet bis ich die Bewegungen der Kids gefühlt habe. Und solange die schwangere Mutter sich fröhlich bewegt und die Kids im Bauch Bewegung zeigten, war alles gut. Alle 3-4 Tage hab hab ich die Mutter gewogen. Solange sie schwerer wurde und kein Gewicht verloren hat, machte ich mir weniger Sorgen. Natürlich hab ich mich auch Verrückt gemacht, aber gut.

Weil mein Mutter-Tier viel Kraft braucht, gab es viel Kraftfutter (z.B. frischen Mais). Was normal eher als Dickmacher gilt, war Kraftfutter für mein Tier. Und es hat sich ausgezahlt.

Für den Fall das ich die Babys füttern muß, hab ich Nagermilch aus der Zoohandlung geholt und aus der Apotheke noch ein paar 5 ml Spritzen.

Nach der Geburt hab ich die Tiere nur aus der Ferne beobachtet. Erst am Folgetag bin ich näher ran. Anfassen war für die ersten Tage ein Tabu. Erst als ich merkte das die Mutter ihre Kids nicht vor mir beschützte (am dritten Tag), hab ich die Kids auch mal berührt, aber im Stall gelassen.

Was ich aus meiner Erfahrung heraus sagen will: Aufpassen und Beobachten ist wichtig. Gewicht prüfen gehört auch dazu. Doch letztlich habt Geduld, auch wenn ein Meerschwein scheinbar schon zu lange schwanger ist. Nur wenn sich die Mutter spürbar seltsam verhält, dann würde ich sofort einen Tierarzt besuchen.

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