Making Of YouTube-Clip “Route B7”

Hier möchte ich Euch etwas erzählen, wie ich den Clip “Route B7” mit meinem Meerschweinchen Punker produziert habe. Auch wenn die Spezialeffekte nüchtern betrachtet, realtiv billig wirken. So ist dies doch schon sehr viel für jemand, der dies 1. nicht gelernt hat und 2. kein Millionen-Euro Budget aller Hollywood besitzt. Und eigentlich kann es jeder selber machen. Man muß nur Zeit und Ausdauer haben. Ein weiteres Problem ist, das ich quasi alles alleine machen muss. Niemand steht als Kameramann/frau oder für andere Hilfen zur Verfügung. Alles muß ich als One-Man-Show selber machen. Kein Problem, wenn man sich was einfallen lässt.

Am Anfang kam die Idee. “Mein Partner mit der kalten Schnauze” ist ein toller 80er Film. Wie würde es aussehen, wenn statt Schäferhund, ein Meerschwein im Cabrio fährt? Daraus entwickelte sich die Idee zum Clip.

Die Produktion ist in mehreren Schritten entstanden. Als erstes musste ein Weg gefilmt werden. Alles auf Höhe eines kleinen Autos, indem ein Meerschweinchen sitzt. Ein Cabrio sollte es werden. Nun kann ich nicht einfach mit der Kamera über den Boden kriechen. Auch einfach nur gehen wäre nicht sinnvoll. Um quasi Bewegung in Frosch-Perspektive zu bekommen, musste etwas rollen. So hab ich den Scooter meiner Kinder verwendet. Da wo normalerweise die Füße drauf gestellt werden, hab ich mit viel Packkordel das Stativ der Kamera liegend befestigt. Auf die Art war die Kamera beweglich genug. Das ist wichtig. Die Aufzeichnung der Fahrt erfolgte dreimal aus drei Perpektiven. Seite, von vorne und von hinten. Wichtig war, das ich zumindest in etwa immer die gleiche Mitte des Bürgersteiges abgehe.

Größtes Problem beim Dreh, sind die kleinen Rollen vom Scooter. Kleine Rollen bedeuten, weniger sanfte Bilder. Steinplatten, Blätter usw sorgen für unruhige Bilder. Das kann man im Video auch gut erkennen.

Zum Schluß wurden noch Umgebungsaufnahmen gemacht.

Als nächstes brauchte ich eine Vorstellung vom Auto. Das Auto muß als 3D-Objekt verfügbar sein. So das ich alle Seiten nutzen kann und damit ich es selber auch fahren lassen kann. Zum Glück war mein Wunschauto kostenlos und legal als Download verfügbar und ich konnte es mit meinem 3D-Programm so drehen und wenden, wie ich es brauche. Auch die Animation am Anfang vom Film, wurde so in 3D möglich.

Aber das Auto hatte vorgetäuschte Glasscheiben und ein Dach. Das musste ich erstmal entfernen. Mit einem Cabrio kann ich bessere Ergebnisse erzielen. Leider war keine Innenausstattung im Objekt. Doch die passende Innenausstattung selber machen? Das wären sehr viele Stunden Aufwand gewesen, was ich nicht noch machen wollte um nur 3 Sekunden Film davon zu nutzen. Also keine Kameraperspektive von oben zeigen. 😉

Für die eigentliche Fahrt mit Punker und mir, wurde das Auto aus jeder Perspektive zweimal gerendert. Einmal das komplette Auto und einmal nur der vordere Teil. Auf die Art kann ich später dafür sorgen das es wirklich so aussieht, das Punker und ich im Auto sitzen. Punker und ich waren also die Wurst im Auto-Brötchen.

Danach musste im sogenannten GreenScreen gedreht werden. Punker wurde also in einer grünen Kulisse gedreht. Damit Punker aufrechter dasteht und es so wirkt, als wenn sie sitzt, hat sie im “Studio” quasi die Vorderfüße auf einem Kindersitz gehabt. Eine Erhöhung also. Diese Stellung hat Punker öfters, wenn sie von etwas höheren (wie z.B. die Heuraufe”) Futter holen will.

Punker ist da unempfindlich. Sie spielt bei solchen Sachen gut mit und ist relativ wenig gestresst. Zumal ich immer alles vorher so vorbereite, das Punker nur sehr kurz in der Kulisse sein muß. Danach lockt auch immer ein Leckerli. 😉

Danach musste ich zum Dreh. Auch ich im grünen Hintergrund. Selbst der Stuhl, auf dem ich Platz genommen hab, wurde mit grünem Tuch überhangen.

Punker und ich wurden also getrennt voneinander aus drei Perspektiven gefilmt.

Am Ende stand die Montage an. Doch bevor ich die Montage und den Schnitt produziere, musste ich wissen, welche Stimmung der Clip erzeugt bzw. erzeugen soll. Aus einer Datenbank mit Musik, die offiziell und legal in YouTube verwendet werden darf (ja, die Lizenz für YouTube habe ich), hab ich die passende Stimmung rausgesucht. Dabei war wichtig, das die Musikrichtung zu dem passt, was ich immer auf der Farm verwende. Country, Western und Rock. Gerne auch diese Musikrichtungen in einen Song gepackt. Und dann eben das richtige Feeling finden.

Nachdem Tempo und Feeling vom Titel klar war, kam die dazu passende Montage. Und so kann es sein das bis zu 5 Lagen Film übereinander gelegt wurden, damit der Eindruck entsteht, das Punker & ich im Auto über die B7 fahren. Punker und ich mussten in Licht und Farbe etwas korrigiert werden, damit es so halbwegs zum Film passt. Das Auto hätte selbiges benötigt, sah dann aber noch schlechter aus. Also Auto so gelassen, wie es ist.

Das alles sieht noch sehr billig aus. Wenn ich bessere Software, ein besseres Auto-Modell und mehr Ahnung hätte, wäre es deutlich realistischer geworden. Mit Filtern, zusätzlichen Atmosphären-Effekten, Schatten-Generatoren usw, wäre es noch besser geworden.

Der folgende Clip hat 5 Stunden gedauert (Planung hat nochmal soviel gedauert) und hat im Ergebnis nur 1:20 Min Film. Mehr Ahnung, besser Ausstattung und das dreifache an Zeit, dann hätte ich “Stuart Little” Konkurrenz gemacht. Allerdings mit einem echten Tier. 😉

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