Panik! Mycoplasmose, was ist das?

Mycoplasmose bzw. Mycoplasma bei Meerschweinchen aus einer aufgelösten Zucht? Was ist da los? Was bedeutet diese Krankheit bei Meerschweinchen? Was kann man tun? Bringen wir hier mal etwas Licht in die aktuelle überhitzte Geschichte.

Eine Züchterin löst ihre Zucht auf. Kranke Meerschweinchen wurden angeblich verkauft und weitergeben. Eine Hetzjagd geht durch das Internet. (besonders Facebook). Die Fakten sind undurchsichtig. Es werden Falle damit in Zusammenhang gebracht, wo Mycoplasmose an Meerschweinchen festgestellt wurde. Damit ist nicht nur das Meerschweinchen krank. Mit der Krankheit können Notstationen und Züchter in Gefahr gebracht werden.

Abgesehen davon, dass eine Hetzjagd eh der falsche Weg ist, sollten sich Leute nicht dazu verleiten lassen, durch Hörensagen an einer Hetzjagd teilzunehmen. Harte und gesicherte Fakten fehlen derzeit.

Eine Kontaktaufnahme mit der entsprechenden Züchterin ist mir derzeit nicht möglich und um die Mischung aus Hetze und Wahrheit nicht noch zusätzlich zu befeuern, wird der Name nicht genannt. Eine betroffene Zucht, die nun ihre Schweinchen testen lässt, unterstellt der Züchterin keine böse Absicht. Sie sagt: “Ich für mich habe das Fazit gezogen, dass es sich um eine Verkettung verdammt vieler besch*** Umstände handeln muss, die angeprangerte Züchterin leider ins Zentrum geraten ist und dass es eigentlich jedem so gehen kann wie ihr.”

Nun ist es jedoch wichtig, das eigentliche Problem in den Griff zu bekommen. Und es ist wichtig zu wissen, was “Mycoplasmose” ist.

Was ist Mycoplasmose bzw Mycoplasma?
Das sind Bakterien, die ohne Zellwände sind und nicht mit Antibiotika oder Penicillin behandelt werden können. Sie treten mit ihren 80 Arten bei Wirbeltieren und Menschen auf. Dadurch, dass Mycoplasma sich sehr auf seinen Wirt angepasst hat, ist eine Übertragung von Meerschweinchen auf Mensch eher unwahrscheinlich. Die Erreger findet man bevorzugt auf Schleimhautzellen, Bindehaut, Nasenschleimhaut, Lungengewebe, Schleimbeuteln der Gelenke, Schleimhaut der Geschlechtsorgane und in schweren Fällen an den Hirnhäuten.

Diese Erreger können z.B. Lungenentzündung erzeugen. Meerschweinchen können tierärztlich behandelt damit zwar leben, doch selbst wenn sie den Erreger haben, aber selber keine Symptome zeigen, können sie Überträger werden. Dadurch werden betroffene Meerschweinchen auf Lebenszeit nicht mehr vermittelt oder verkauft werden können.

Also ein mögliches Aus für eine Zucht, die ein solches Meerschweinchen hat. Auch darf man betroffenen Meerschweinchen keine weiteren Tiere dazu setzen oder welche aus dieser Haltung entfernen und weitergeben. Das macht es Notstationen sehr schwer, wenn sie solche Fälle haben. Gewissheit, ob das Meerschweinchen betroffen ist, gibt ein Nasen- bzw. Rachenabstrich oder Bluttest.

Update! Um der überhitzten Situation etwas Luft zu entnehmen, wurde die ursprüngliche Fassung entschärft. Es ist wichtig die Information in den Vordergrund zu stellen.

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