Tiger – Eine Liebeserklärung

liebeWer die Geschichte zu Tiger nicht kennt, wird es schwer verstehen. Außer, man verfällt diesen Blicken, die Tiger hat. Tiger wurde auf der Moehschweinchenfarm geboren. Ihre Mutter Doro war ein Notschweinchen, was schwanger im Müll gefunden wurde. Nachdem sie ärztlich versorgt wurde und soweit gesund war, war Doro in einem Mini-Stall ohne Artgenossen. Ihre Partner waren schon vermittelt. Ich hab Doro zu mir genommen. Sie war extrem jung und die Schwangerschaft war riskant. Ich hatte noch eine Woche, bevor die Geburt kam. So sagte man mir. Tatsächlich waren es zwei Wochen.

Nicht viel Zeit um Doro stabil zu bekommen. Die Geburt durfte ich direkt vor meinen Augen erleben. Es kamen vier Babys. Ted & Tiger überlebten. Zwei Babys schafften die Geburt nicht. Unter den schwierigen Umständen war ich froh, das es zwei Schweinchen schafften. Ted war ein Bock und wegen meinen begrenzten Möglichkeiten, wurde Ted abgegeben. Ted geht es gut. Er ist kastriert, lebt unter vielen Weibern und hatte vor ein paar Wochen Haarlinge. Die Haarlinge wurden früh erkannt und beseitigt.

Was aus dieser heftigen Zeit bleibt, ist eine lebende und zufriedene Mutter. Und eben Tiger. Tiger liebe ich umso mehr, weil sie sehr eigenwillig ist. Sie frisst immer mit den Füssen. Sie ist wie ein wild lebendes Tier. Zutraulich nur begrenzt, aber das Vertrauen ist da. Und sie hat immer einen etwas traurigen Blick.

Nicht das sie wirklich traurig wäre. Es wirkt einfach so. Sie ist im Charakter sehr individuell. Sie lernt von Tornado, mein Rabauke im Stall. Tiger steht vor Bildern im Stall und betrachtet sie, als wären es Kunstwerke. Das immer wieder. Und sie sieht von Tornado, wie sie von mir behandelt wird und welche Vorteile das hat. So das Tiger nach und nach sowas nachahmt.

Tiger kann schlafen. Sie schläft mit geschlossenen Augen. Einfach da wo sie ist, macht sie sich unheimlich lang. Streckt alle Füsse weit von sich. Macht aus dem Streu ein aufgetürmtes Kissen und pennt. Sie sucht keinen Schutz von einem Dach, einem Haus oder was die meisten Meerschweinchen tun, um sich sicher zu fühlen.

Tiger zeigt mir damit, das sie zwar ein Fluchttier ist, weil sie rennt weg, wenn was nicht stimmt. Aber sie hat keine wirkliche Angst. Sie hat keine schweren Schicksale erlebt. Sie hat es besser, als ihre Mama. Manchmal wirkt es sogar so, als würde Tiger träumen.

Im nächsten Moment springt sie auf. Sie rennt durch den Stall. Sie springt auf die Etagen hoch. Sie sucht etwas. Dann entdeckt sie, das irgendwas im Streu versteckt ist. Sie budelt. Holt sich das Futter. Verteidigt es, wenn es sein muß. Und dann legt sie sich einfach hin.

Sie ist anders, als die anderen. Sie wird erwachsen und ich erlebe sie seit der Geburt. Ich liebe sie und das ich diese Erfahrungen machen darf.

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